Multitalent Maskingtape

Heute komme ich mal wieder mit etwas Materialkunde um die Ecke. Nichts Trockenes sondern etwas wunderbar Buntes mit einem riesigen Spaßfaktor!

Maskingtape, Washitape, Reispapierklebeband… wie auch immer.

Ich persönlich habe immer eine Rolle davon in der Handtasche und setze diese Klebebänder wirklich sehr oft, natürlich zum Geschenke verpacken, aber auch sonst überall im Alltag, ein.

Aber bevor ich  euch ein paar Einsatzgebiete und Dekorationsbeispiele zeige, möchte ich diesem außergewöhnlichen Klebeband erst einmal auf den Leim gehen. Ich mag es, an den Ursprung der Dinge zu tauchen und sich gewisser Traditionen oder Herkünfte bewusst zu werden.  Also machen wir jetzt einen kleine Reise in die Welt der Japanpapiere.

Maskingtape oder besser gesagt Washitape ist ein Papierklebeband mit japanischen Wurzeln. 

Wa = Japan, Shi = Papier.

Die Japaner sind, was die Papierproduktion angeht, in meinen Augen die absoluten Meister in ihrem Fach. Wer einmal ein original japanisches Washi-Papier in den Händen hatte, der weiß, was ich meine. Die Stabilität, die Fasern, der Glanz, die Farben, einfach wunderschön! Wer dieses Papier bisher noch nicht in den Händen hatte, sollte sich das JETZT  zu einer Aufgabe machen und der Liste – “1000 Dinge die ich tun muss, bevor ich sterbe”- hinzufügen.

Dieses japanische Washipapier ist nun die Grundlage unserer Papier-Klebebänder. Man spricht auch oft von Reispapier. Dabei ist Reispapier eine übergeordnete Bezeichnung für eine Gruppe verschiedener Papierarten die aus ganz verschiedenen Pflanzenfasern gewonnen werden. Die Fasern können aus Reisstroh, Bambus, Hanf oder aus der Rinde von Maulbeerbäumen kommen.

Und was ist an japanischem Papier nun so besonders?

Die schon erwähnten Pflanzenfasern, also das Rohmaterial! Es gibt verschiedene Pflanzen aus denen man Washipapier herstellen kann. Die bekanntesten darunter sind Kozo (Papiermaulbeerbaum), Gampi (Papierbaum, Seidenbastgewächs) und Mitsumata (Seidenbastgewächs). Zur Herstellung kommen wir später; hier erst einmal ein bisschen Wissen zu den Rohmaterialien.

Kozo. Ist das meistgebrauchte Rohmaterial für die Japanpapierproduktion. Bei Kozo handelt es sich um einen langsamwachsenden Laubbaum der Maulbeerfamilie, welcher leicht zu kultivieren ist. Der Baum wird jährlich verschnitten und die neuen Austriebe können jährlich geerntet werden. Die Fasern zeichnen sich durch ihre Länge aus (ca. 7 mm) und werden deshalb auch für sehr strapazierfähige Papiere verwendet, wie zum Beispiel das Papier für die typisch japanischen Schiebetüren. Kozo wird aber auch für diverse Künstlerpapiere und dicke Kalligraphiepapiere benutzt. 

Gampi. Ein ebenfalls langsamwachsender Laubbaum mit sehr beständigen Fasern. Im Gegensatz zu Kozo, wird hier nur alle 3 Jahre geerntet. Das Besondere von Gampi sind seine kurzen und glänzende Papierfasern, welche die Grundlage für wirklich tolle Papiere sind. Das Schwierige ist die Kultivierung dieses Baumes. Gampi wird zum Beispiel zur Herstellung von verschiedenen Künstlerpapieren und sogar von Blattgold und Blattsilber verwendet. Meist ist dieses Papier etwas teurer.

Und dann ist da noch Mitsumata. Mitsumata ist auch ein langsamwachsender Laubbaum, der, wie Gampi, alle 3 Jahre beerntet werden kann. Seine Papierfaser ist wunderbar weich, biegsam, glänzend und dünn. Aus diesen Fasern werden sogar die japanische Banknoten hergestellt und feine, weiche Künstlerpapiere.

Es gibt natürlich noch andere Pflanzen, welche man in Japan zur Papierherstellung nimmt, doch das soll hier an dieser Stelle reichen. Ich bin ja auch kein Wissenschaftler, sondern möchte euch ab uns an nur etwas Wissen über die verwendeten Materialien nahebringen.

So weit so gut, du bist noch da! Juhu, jetzt geht es an die Herstellung. Nur ganz kurz.

Die traditionelle Herstellung der Papiere aus den drei aufgeführten Pflanzen ist nahezu gleich.

Von den geernteten Ästen wird die Rinde über heißem Dampf gelöst. Die Rinde wird dann ziemlich lange eingeweicht, gewässert und gekocht. Danach werden die Fasern durch Schlagen oder Klopfen zerkleinert und erlangen so zum Teil auch ihre Widerstandsfähigkeit. Die Fasern werden nochmals gewässert und dann wird das Papier traditionell in Handarbeit mit einem Bambussieb geschöpft. Verunreinigungen werden von Hand entfernt und der geschöpfte Bogen wird zum Trocknen gelegt. In diesem Prozess wird jeder Bogen noch einmal kräftig gebürstet. Deshalb ist eine Seite der Papiere meist rauh, die andere glatt.

Wie überall auf der Welt haben sich auch in Japan neben der alten Tradition des Papier-Handschöpfens, moderne Fertigungsmethoden etabliert. Damit können preiswertere Sorten Japanpapier hergestellt werden.

Mit einer moderneren Fertigungsmethode wird wohl auch das Japanpapier für unsere beliebten Maskingtapes hergestellt. Wie genau es hergestellt wird, ist wahrscheinlich ein gut behütetes Firmengeheimnis.

Noch gibt es bei SchönHerum keine Bogenware Japanpapier, aber wer weiß, was noch kommt.

Es gibt jedoch viele tolle Rollen Maskingtape bei SchönHerum. Diese Rollen kommen von der japanischen Firma KAMOI KOKOSHI. Ursprünglich wurde das Maskingtape als Abdeckband in der Autoindustrie verwendet. Mit der Zeit entdeckte die Firma das Potential dieser Klebebänder und baute aus. Verschiedene Farben, Farbpaletten, Muster und Breiten gibt es nun von den MTs. Für Künstler ist es eine große Ehre für die Firma KAMOI ein MT-Design entwerfen zu dürfen.

Es gibt natürlich noch andere Hersteller von Washitapes. Ich persönlich schwöre auf das Original. Es gibt sicherlich preiswertere Anbieter, aber wie so oft muss man da oft ein paar Qualitätspunkte abziehen. Ich hatte schon Tapes die man nicht komplett in der vollen Breite abrollen konnte, weil sie in der Mitte gerissen sind. Dann hatte ich Washitapes, die man zwar problemlos abrollen konnte, die dann aber nicht richtig geklebt haben weil sie irgendwie zu plastisch waren… oder dann gab es diese Washitapes, die doch Rückstände hinterlassen haben. Das alles kann einem mit einem original MT nicht passieren. Sicherlich gibt es auch Anbieter, die ebenso tolle Washitapes verkaufen, alle habe ich bisher nicht getestet und am Ende muss jeder für sich entscheiden, auf was er Wert legt.

Hier noch einmal die entscheidenden Vorteile von Maskingtape im Gegensatz zu normalem Klebeband

  • MT ist einfach und ohne Rückstände zu entfernen
  • MT ist beschreibbar
  • MT ist leicht transparent (je nach Farbe und Muster)
  • MT ist einfach abreißbar (ohne Schere)
  • MTs gibt es in verschiedenen Größen, Farben, Mustern und Qualitäten

Mit jeder Rolle Maskingtape haben wir also ein kleines Stück Japan bei uns. Und weil die Japaner bekanntlich auch Meister der Verpackungen sind, liegt es doch nah mit diesen Klebebändern zu verpacken und zu basteln. Was man alles mit MTs anstellen kann, hat die Firma in einem sehr süßen Hello-Video zusammengetragen http://www.masking-tape.jp/en/hello/ Dort gibt es tolle Anregungen.

Ich werde euch jetzt noch ein paar Beispiele von mir zeigen.

Ihr könnt Geschenkschachteln verschönern. Hier das ♥ Maskingtape mit Spitzenaufdruck. Passt wunderbar zu Hochzeitsgeschenken.

Ihr könnt die MTs auch kombinieren. Anstelle eines Schleifenbandes, macht sich auch dieses ♥ Spezial-MT mit verschiedenen Schleifenmotiven sehr gut. Hier habe ich ♥ mintfarbene Streifen mit einer Schleife kombiniert. Das ♥ Wimpelketten-MT gibt es hier.

Ihr könnt Blankokarten und Umschläge damit bekleben. Hier habe ich folgendes Material verwendet:

♥ Briefumschlag + Karte

♥ Silbernes Maskingtape

♥ rosa Bäckergarn

♥ Herzchen-Aufkleber

Und selbstverständlich könnt ihr Geschenke, Geschenke, Geschenke verschönern. Hier das ♥ Design-Tape-Sommerblumen

Maskingtape-Inspiration-Schoenherum (2 von 2)Maskingtape-Inspiration-Schoenherum (1 von 2)

Mit verschiedenen MTs lassen sich wunderschöne Sachen machen. Hier zum Beispiel eine Wimpelkette (einfach im Dreieck abschneiden), Geschenke (ganz eng aneinander kleben) und Kerzen (mit einer gemalten Flamme ergänzen).

Ihr könnt einfarbige Geschenkanhänger damit aufhübschen.

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Ihr könnt Bücher damit beschriften. Sehr praktisch bei Kindern, die gern Bücher mit in die Kita nehmen. Man kann aber auch alles andere damit beschriften, weil man die MTs gut beschreiben kann und eben auch sehr gut wieder ablösen kann.

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Und ihr könnt eure Wände damit gestalten! Ich habe mir hier in meinem Büro ein paar Bilderrahmen gebastelt. 

Also ran an die japanischen Maskingtape Klebebänder! Lass deiner Fantasie freien Lauf und hab Freude damit. Hier gibt es die ganze Palette von SchönHerum.

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Es grüßt dich ganz herzlich,

Stefanie von SchönHerum

 

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